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Spiele der Zeit

21. August 2010, 12:22 Uhr von Uwe Ewald
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“Jetzt kommen die Einsen gekleckert”, murrte Frau Radibor. Wieder einmal fesselte der ruppige Wind sie ans Bett. Doch für ein Spielchen war sie bereit. Am liebsten MÄDN. Die Vorfreude beschleunigte den Vesperverzehr. Dann rasch die Tischplatte freigeräumt. Sie rot, ich gelb, und der Schachteldeckel als Würfelgrund. Praktisch, stellte Frau Radibor fest.
Bei dem bald folgenden Sechsen-Glück funkelten still ihre Augen. Der Kampf tobte. Die Schlacht machte Spaß, und sie keinen Fehler. Vier Mann im Haus, ich einen davor. Die Revanche lief genauso. Aber wir redeten mehr.
Als ich fragte, ob sie früher auch gerne gespielt hat, fielen Frau Radibor die gemeinsamen Rommé- Abende mit einem befreundeten Ehepaar ein. Die Spielekasse sei immer zu Weihnachten geleert, frische Ananas davon gekauft worden, die damals noch etwas Besonderes war, und der damit von ihr zubereitete Obstsalat hätte allen geschmeckt.
Was sie erzählte, war ein Stück aus einem normalen, erbaulichen Leben. “Lange ist’s her”, lächelte sie.
Schöne Erinnerungen werden oftmals durch Kleinigkeiten geweckt. Und es ist gut, ihnen im Heimleben nachzuspüren.

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Seelenbad

9. August 2010, 18:35 Uhr von Uwe Ewald
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Als Mädchen hatte sie ihre Lieblingshenne gebadet, denn “Vögel baden ja gerne”. Außerdem sei ‘Schrubbel’ in ihrer Sandkuhle doch nur schmutzig geworden, und weil sie nun naß war, besonders, meinte Frau Radibor lachend. Wieder einmal hatten wir unseren Spaß. Am Springbrunnen im Park planschte, als Quelle ihrer lustigen Erinnerung, ausgiebig ein Spatz.
Kurz vor dem Zimmerkoller, nach dauernder Hitze und anschließendem Wind, stimmten endlich die Umstände. Bei “sehr schön mildem, windfreien Wetter” zog es uns raus. Die Sinne saugten alle Eindrücke auf. Duftproben am Kräuterbeet und (erfolgreich !) an einer einzelnen Rose. Augenweide am Sommerflieder mit Tagpfauenaugen und Großem Fuchs (?). Vogelgezwitscher. Die gemeinsame Zeit kam uns wie eine wunderschöne Ewigkeit vor. Gedankenvorrat für einsame Stunden.

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