Wenn wir viel über die Vergangenheit reden, ist in der Gegenwart alles normal. Frau Radibor war gesund und gesprächig. Sie nahm mich wieder mit in ihr Kindheitsdorf. Dort wartete Arbeit auf uns. Es galt, die Kühe vom Kartoffelfeld fernzuhalten, die Gänse hatten Wasserverbot. Jedenfalls an einer bestimmten Stelle im Bach, die für Fuhrwerke und Pferde gedacht war. Magisch zog es die Gänse dort hin. Die riechen das Wasser, wußte Frau Radibor. Doch als der Ortsvorsteher kam, roch es nach Ärger. Der zornige Mann schlug mit dem Knüppel nach ihnen. Ein Schnabel wurde zertrümmert. Da blieb nur die Pfanne.
Im Winter versammelten sich Frauen und Mädchen zum Federn schleißen. Das schien eine von Frau Radibors schönsten Erinnerungen zu sein. Sie hörte sich glücklich an. Ich ließ mir von ihr das Schleißen erklären: Um Bettfedern zu gewinnen, werden die Federseiten vom Kiel abgezogen. In warmer, fröhlicher Runde wurde dabei viel erzählt. Lachen war Trumpf. Und Frau Radibor gab einen der ‘alten Beiträge’ zum Besten.
Ein Mädchen ging zum Doktor, sie fühlte sich marod’.
Sie meint’, sie wär’ gefallen, wohl über die Kommod’.
Der Doktor untersucht’ sie, und sprach ‘Oh, welch Malheur.
Es war nicht die Kommode, es war der Sekretär !’
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