… wird die Pflege ein Pflegefall bleiben. Ein Vorab-Kommentar.
Es mag fähige und unfähige Politiker geben. Wenn aber keine der deutschen Regierungen bisher den Pflegenotstand beseitigt hat, wurde das wohl schlicht nicht gewollt. Vieles in Deutschland läuft bestens, denn Geld gab und gibt es genug. Doch der politische Wille ist meist dort, wo das Geld ist. Nicht, wo es fehlt. Koalitionspapier ist geduldig und die hochgepriesenen Werte sind letztlich nur Worte.
Aus gegebenem Anlaß seien hier zwei interessante Beiträge zitiert.
Fällt die Pflegereform aus?
Geschäftsführer von Wohnen-im-Alter.de kritisiert das Versagen der Politik im „Jahr der Pflege“
Karlsruhe, 28. September 2011. Nach Einschätzung des Geschäftsführers von Wohnen-im-Alter.de, Sascha Syska, ist mit einer Pflegereform in dieser Legislaturperiode nicht mehr zu rechnen. Im von der Politik selbst ausgerufenen „Jahr der Pflege“ wurde die Reform wiederholt verschoben. Hauptstreitpunkt bei der Reform ist die Finanzierung. Mittlerweile werden in der Regierungs-Koalition vier Finanzierungs-Modelle diskutiert. Leidtragende des Reformstaus sind Pflegebedürftige, Demenzkranke und Pflegefachkräfte.
„Die aktuelle Unfähigkeit der Bundesregierung, das Pflegesystem zu reformieren, ist beschämend! Mit dem zwar wichtigen Thema Organspende versucht der Gesundheitsminister Bahr doch nur von seinem Versagen abzulenken!“, kommentiert Sascha Syska die aktuelle Entwicklung in der Gesundheitspolitik. Nachdem der ehemalige Gesundheitsminister Rösler Anfang des Jahres das „Jahr der Pflege“ ausgerufen hatte und Verbesserungen beim Pflegebegriff und der Betreuung von Demenz-Kranken in Aussicht gestellt hatte, geschah außer ein paar Diskussionsrunden nichts. Nach dem Wechsel an der Spitze des Gesundheitsministeriums lag das Thema „Pflege“ brach. Die ersten Eckpunkte der Reform sollten in diesem Monat vorgelegt werden. Die erneute Verschiebung der Pflegereform ist laut Sascha Syska ein Skandal.
„Eine Pflegereform wird es in dieser Legislaturperiode nicht mehr geben“, so Sascha Syska. „Die aktuelle Regierung scheut sich davor, der Bevölkerung reinen Wein einzuschenken. Eine Pflegereform wird kosten. Ein Kompromiss der derzeit diskutierten Vorschläge, führt zu einer Null-Lösung. Pflegebedürftige, Demenzkranke und Pflegekräfte werden mit dem Pflegenotstand allein gelassen. Es wird Zeit, dass sich Betroffene, Verbände und Pflege-Einrichtungen zusammentun und sich gegen die Ignoranz der Politik wehren. Die Pflege braucht endlich eine Lobby!“
Mit der Initiative Ausbildung in der Pflege möchte die Wohnen im Alter Internet GmbH - ein Unternehmen aus dem Vincentz Network - einen Beitrag gegen den Fachkräftemangel in der Pflege leisten. Für eine menschenwürdige Pflege müssen aber vor allem die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessert werden. Deshalb unterstützt die Initiative Ausbildung in der Pflege die Forderung von Verdi nach einer kostenlosen Altenpflegeausbildung und verhandelt aktuell mit verschiedenen Kooperationspartnern. Zitatende.
Verdi befürwortet kostenlose Altenpflegeausbildung
Hamburger Abendblatt am 13.09.2011
Hannover. In einer Petition an den niedersächsischen Landtag fordert die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi eine kostenlose Ausbildung für Altenpfleger. Verdi-Landesleiter Detlef Ahting überreichte das Schreiben mit 7000 Unterschriften nach eigenen Angaben am Dienstag an Landtagspräsident Hermann Dinkla. „Gute Pflege braucht engagierte und gut ausgebildete Pflegefachkräfte“, heißt es in der Petition.
Neben dem Wegfall des Schulgeldes fordert Verdi auch eine einheitliche und faire Ausbildungsvergütung. Die Finanzierung der praktischen Ausbildung in der Altenpflege solle mit einer Umlage zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Einrichtungen ermöglicht werden. Altenpflegeschüler in Niedersachsen zahlen derzeit aus eigener Tasche ein monatliches Schulgeld von bis zu 150 Euro. Zitatende.
TrackBack-URLEine gute Sache, ein lohnendes Ziel. Und seit kurzem auf einem noch besseren Weg. Zu Fragen rund um die Gesundheit startete am 29.11.2010 für alle Interessierten in Leipzig und darüber hinaus das neue Serviceportal “Leipzig gesund”. Initiiert und betreut vom Team der Online-Ausgabe der Leipziger Volkszeitung. Mit integrierter Arzt- und Krankenhaussuche sowie vielen Informationen. Hilfreich und interessant.
Aus meiner Sicht auch aus einem besonderen Grund. Die Kollegen von LVZ-Online halten das Neadora-Anliegen für wichtig. So finden hilfsbereite Menschen einen entsprechenden Link nebst Hinweis bei “Leipzig gesund”. Vielleicht können nun künftig noch mehr Leipziger feststellen : Es ist schön, Teil einer guten Sache zu sein. ( Link zu “Leipzig gesund” ); ( Link zu LVZ-Online )
Über das Neadora-Kontaktformular erreichte mich neulich eine Anfrage. Der Mann würde sich auch gerne um ältere Menschen kümmern, wüßte aber nicht recht, wie das ablaufen könne und hoffte auf Vorschläge bzw. Anregungen.
Um nicht lange Theorie zu machen, rief ich die Leiterin eines in seiner Nähe liegenden Pflegeheims an. Sein Anliegen stieß auf offene Ohren. Er könne sich bei ihr melden, um die konkreten Möglichkeiten zu besprechen. Das Naheliegende sind regelmäßige Besuche bei sonst selten oder gar nicht besuchten Heimbewohnern. Ob Gespräche oder Spaziergänge, Vorlesen, Rätseln etc. die gemeinsame Zeit füllen, ergibt sich dann schon.
Wenn also jemand ehrenamtlich in einem Heim helfen möchte, sich aber mit dem ersten Schritt dahin schwertut - ich kann den Kontakt zu einem geeigneten Heim gerne herstellen.
TrackBack-URLFrau Kühn ist die erste “Gastautorin” bei Neadora. Über die ehrenamtliche Hilfe auch etwas aus
einer anderen Feder zu lesen, bietet noch mehr Einblicke in diese erfüllende Tätigkeit und in die
Seele der Helfer. Der Schritt von dem Gedanken, sich mitzuteilen, bis zum Artikel im Neadora-Blog
ist gar nicht so groß, wie manch ein ehrenamtlicher Helfer vielleicht fürchten mag.
Daher hoffe ich auf noch mehr Mutige, die ihre Erfahrungen und Gefühle im Umgang mit Heimbe-
wohnern gern, und sei es nur ab und zu, mit uns teilen. Ein großes Dankeschön an Frau Kühn.
Es gibt Tage, die das Normale unmöglich machen. Winnenden, 11. März 2009. Ich kann keine Gedanken für einen Artikel der Besuchezeit sammeln, obwohl ich heute im Pflegeheim war, und
wie so oft versucht habe, ein wenig Freude in den Alltag zweier lieber Menschen zu bringen.
Es gibt Dinge, die einem unbekannte Menschen so nahe bringen, daß man meint, den gleichen
Schmerz zu empfinden wie sie, die gleiche Hilflosigkeit, obwohl das unmöglich ist.
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